Kreislaufwirtschaft beim Bauen und Wohnen
Kurzbericht zum Publikumsanlass der Genossenschaft WeitWohnen vom 17. Mai 2025
Die Wohngenossenschaft WeitWohnen hat nach ihrer Generalversammlung einen spannenden Einblick gegeben in das hochaktuelle Thema der Kreislaufwirtschaft beim Bauen und Wohnen.
In einer für alle offenen Veranstaltung in der Jugendherberge zeigte zuerst Philip Kaiser, Mitglied des Vorstandes von WeitWohnen und ETH-Architekt, in seinem Kurzreferat die Grundlagen der Kreislaufwirtschaft beim Bauen auf. Denn Tatsache ist: In der Schweiz verursachen Gebäude und Infrastrukturen rund 50% des Rohstoffverbrauches, einen Drittel der CO2–Emissionen
und über 80% des Abfallaufkommens (admin.ch, 2023). Zudem: Pro Jahr fallen rund 17 Millionen Tonnen Rückbauabfälle an (BAFU, 2022).
Um diese Bilanz in Zukunft verbessern zu können, sind enorme Anstrengungen nötig. Kreislaufwirtschaft soll dazu beitragen, die Bilanz zu verbessern.
Claudia Thiesen, Architektin aus Zürich und mitbeteiligt bei der Baugenossenschaft „mehr als wohnen“ im Hobelwerk Winterthur, zeigt an einem Beispiel auf, wo es noch hapert: Die Entsorgung einer Tür kostet 20 Fr., eine neue Tür kostet 800 Fr. und eine wiederaufbereitete Tür kostet 1100 Fr. So wie man das Problem auch kennt bei Dingen, die repariert werden müssen: Neu kaufen ist fatalerweise oft billiger als flicken.
In kleineren Gruppen wurden anschliessend Lösungsansätze und innovative Projekte vorgestellt: Ueli Flury aus Deitingen erzählte vom Bau seines Wellerlehmhauses, Reiner Pesch ist Copräsident von flick + werk (Reparaturcafé) Philip Kaiser diskutierte über die Wiederverwendung von Bauteilen, während Claudia Thiesen ihre Erfahrungen beim Hobelwerk Winterthur näher erläuterte. Spannend auch das Projekt von Roman Droux, der in Kirchdorf die Schlössli Schür in innovativer Weise renovieren und neu beleben will. Das Projekt heisst „Stalldrang“ rief beim zahlreichen Publikum wie die anderen auch viel Begeisterung und Interesse hervor.
Susanna Hofer